Vor ca. 130 Jahren wurde das erste Patent für die Glühlampe angemeldet - federführend u. a.
von dem britischen Physiker und Chemiker Joseph Wilson Swan und kurze Zeit später von
dem Allround-Erfinder Thomas Alva Edison -. Heute findet eine andauernde Veränderung im
Einsatz der herkömmlichen Glühlampe statt.
Angefangen hat dieser Wandel in Kalifornien. Der dortige Gouverneur kündigte im Januar
2007 einen Gesetzesentwurf an, wonach die Glühbirnen wegen Energieverschwendung bis
2012 verschwinden und durch Energiesparlampen ersetzt werden sollen.
Australien und Neuseeland schlossen sich diesem Weg an und setzten als erste Regierungen
das endgültige Verbot der Glühlampe durch. In Neuseeland wird ab Oktober 2009 und in
Australien darf ab 2010 keine Glühlampe mehr verkauft werden. Die aktuelle Diskussion, um
drohende Klimaerwärmung, Klimawandel und Treibhausgase verstärkt die Entschiedenheit
der Politiker derartige Gesetze durchzusetzen.
Derzeit wird auch in Brüssel ein EU-weites Verbot der
Glühbirne erörtert. Mit der so genannten
Ökodesign-Richtlinie kann die EU-Kommission
entsprechende Forderungen festlegen. Das
Arbeitsprogramm enthält eine detaillierte Liste jener
Produktgruppen, für die die
Ökodesign-Mindestanforderungen z.B.
Energieverbrauch festgelegt werden. Die
Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union umfasst
die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener
Produkte und will einen Rahmen schaffen, in der nach
Maßgabe der Ökodesignrichtlinie, Gesetze
verabschiedet werden können.
Das Ziel ist klar definiert, die Treibhausgasemissionen
sollen verringert werden,
die Energieeffizienz soll gesteigert - bis 2020 europaweit um 20 Prozent - und die
Energiekosten bedeutend gesenkt werden. Die Bundesregierung hat das Glühlampenverbot
und den so genannten „Top Runner“ Ansatz bereits in ihrem Koalitionsvertrag verankert.
Dieser sieht eine stetige Standardisierung aller Produkte vor, die nach Energieverbrauch und
Umwelttauglichkeit klassifiziert werden. D.H. dass beste am Markt befindliche Produkt wird
zum Vorreiter und alle Produkte der Produktgruppe, müssen innerhalb einer Frist die
Standardanforderungen erfüllen. Dies hätte zur Folge, dass z.B. Kühlschränke mit
herkömmlichen Glühbirnen bald auch der Vergangenheit angehören.
Die herkömmliche Allgebrauchslampe gibt ca. 95% der
verbrauchten Energie als Wärme ab, erzeugt dabei ein
sonnig warmes Licht aber erfüllt damit nicht ihren
eigentlichen Zweck. Eine Umstellung von so genannten
Hochenergie-Glühlampen auf Energiesparlampen auch
Kompaktleuchtstofflampen genannt, weist zum einen
den Vorteil im Verhältnis zur Energiezufuhr eine höhere
Lichtausbeute auf, und zum anderen verfügen
Energiesparlampen über eine bedeutend höhere
Lebensdauer (bis zu 12.000h). Die Europäische
Kommission gibt an, dass die Verbraucher in Europa
von Einsparungen in Höhe von 5 bis 8 Mrd. Euro
ausgehen können.
Die Energiesparlampe, die erstmals 1980 von der
Firma Philips in den Markt eingeführt wurde,
verbraucht heutzutage 80% weniger Strom als
herkömmliche Glühbirnen. Ein durchschnittlicher
Haushalt, der im Jahr 3500 Kilowattstunden Strom
verbraucht, kann etwa 5 % davon einsparen, damit
wäre die Stromrechnung etwa 40 bis 50 Euro
jährlich niedriger. Die Energieeffizienzklasse spielt
dabei eine große Rolle: Je höher die
Energieeffizienzklasse (C, B oder A) desto mehr
Energieersparnis ist zu verzeichnen.
Aus diesem Grunde wird sie bisher in
Privathaushalten vielfach eingesetzt. Obgleich die
Energiesparlampe einen voreilenden Ruf besitzt,
der sie mit geringer Brillanz, gar zu kalt und
aufdringlich und einer schlechten Farbwiedergabe
ausstattet. Auch dass Energiesparlampen nicht
dimmbar sind, ist die gängige Auffassung. Tatsache ist, dass die führenden Hersteller wie
Philips und OSRAM einiges in die Weiterentwicklung investiert haben.
Mittlerweile sind Energiesparlampen in verschiedenen Farbtemperaturen – Lichtfarben
erhältlich. Somit kann die Lichtfarbe individuell auf die Beleuchtungssituation angepasst
werden. Sowohl gelbliches Licht (wamweiß, extra-warmweiß) als auch sachliches Licht
(neutralweiß, tageslichtweiß) ist auf dem Markt verfügbar.
Des Weiteren war die bisherige Funktion, gewöhnliche Dimmer nicht mit
Energiesparlampen kombinieren zu können, sehr hinderlich. Nunmehr existieren speziell
hierfür gekennzeichnete Energiesparlampen. Allerdings sind sie, aufgrund der neuen
Technik und der bisher geringen Nachfrage, derzeit deutlich teurer. Künftig werden auch
kleinere und kompaktere Energiesparlampen, d.h. mit kürzeren Sockelfassungssystemen
im Handel erhältlich sein. Dies hat zur Folge, dass auch filigrane und kleine Leuchten mit
Energiesparlampen bestückt werden können.
Sowohl in der stofflichen Zusammensetzung als auch im Recycling der Energiesparlampe ist gleichfalls eine Veränderung zu verzeichnen. Die Schadstoffe Blei, Chrom und Cadmium sind nicht mehr zugelassen und sollten sich daher nur noch in älteren Lampen (Herstellung vor 07/2006) auffinden. Das sich dort weiterhin befindliche Quecksilber, kann wenigstens teilweise zurück gewonnen bzw. wiederverwertet werden. Was die Entsorgung angeht ist ein Rücknahmesystem für Energiesparlampen im Gespräch. Das System soll sich an den Rücknahmelösungen für Dosen, Pfandflaschen und Altbatterien orientieren so dass dem Verbraucher der Entsorgungsweg einfacher gemacht wird.
Eine ebenso perfekte energieeffiziente Alternative sind die neu erschienenen halogenen
Energiesparlampen. Im Vergleich zur Glühlampe bieten diese eine 30%ige
Energieersparnis, haben eine Lebensdauer von bis zu 5000 Stunden und sind ebenfalls
dimmbar.
Der kontinuierliche technische Fortschritt verbunden mit diversen Neuheiten bei
Leuchtmitteln stärkt die Politik das geplante Glühlampenverbot bis Ende 2008 EU-weit auf
den Weg zu bringen.
Schrittweise soll es dann ab 2009 in Kraft treten und sich an Wattzahlen sowie
Energieeffizienzklassen orientieren. Vorab werden öffentliche Bauten, Straßen- und
Brückenbeleuchtungen u. a. mit Energiesparlampen ausgestattet und bis 2015 soll die
Glühlampe dann endgültig vom Markt verbannt werden.
Schon jetzt gibt es viele alternative Bestückungsmöglichkeiten um die Glühlampe zu
ersetzen, so dass die Versorgungssicherheit der Verbraucher weiterhin gewährleistet ist.